• Aktuelles • Produkte

Wasserwirtschaft & Hydrographie - INSPIRE inklusive!

In unserem letzten Newsletter (Q4/2010) haben wir über die Ergebnisse aus unserem Projekt zur Erstellung der DV-Konzeption zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) in Sachsen berichtet. 2009 wurde die erste Berichterstattung zur WRRL abgeschlossen. Sachsen ist mit seinen Hochwasserschutzkonzepten seit fast 10 Jahren innovativer und praktischer Vorreiter zur Umsetzung der HWRM-RL in Deutschland und Europa.

Nun wurde mit diesem Projekt erstmalig ein gemeinsamer Datenpool für die beiden Hauptaufgabenfelder der Wasserwirtschaft konzipiert. Auf diese Ergebnisse aufsetzend, haben wir eine Lösungsstrategie für die Nutzung dieses zentralen Datenpools für INSPIRE abgeleitet.

Bisherige Vorgehensweise

  • Daten wurden zur WRRL-Berichterstattung gesammelt, liegen aber zumeist unstrukturiert und nicht miteinander kompatibel vor.
  • Systematische Datenstrukturen wurden ausschließlich entsprechend der Berichtsschablonen aufgebaut, zur Info: Die Beschreibung des sächsischen Datenmodells für die WRRL umfasste 200 Seiten.
  • Die Daten wurden aus den verschiedensten (Fach-)Verfahren zusammengesucht. Zumeist haben diese Fachverfahren keinerlei Schnittstellen miteinander. Zum Vergleich: In Sachsen wurden für die WRRL Daten aus 10 Fachinformationssystemen, 8 Access-Lösungen und weiteren XLS zusammengetragen.
  • Die Prozesse des „Datensammelns“ wurden fast ausschließlich manuell vorgenommen, natürlich mit dv-technischer Unterstützung, je nach Expertise des Bearbeiters. Professionelle Datenströme wurden bisher nicht aufgebaut.
  • In Sachsen gibt es ein einheitliches Gewässernetz, auf das alle Verfahren aufsetzen können.
  • Vielfältige Daten zu Hochwasserschutzkonzepten liegen in Dateiformaten vor.
  • Eine Maßnahmenverwaltung gibt es ansatzweise, in Sachsen läuft das per XLS und gegenseitigem Zuschicken. Aber natürlich gibt es heute noch keine für beide Richtlinien abgestimmte Maßnahmenverwaltung.

Fachliche Lösungsstrategie
Ziel ist es, ein harmonisiertes Datenmodell für beide Aufgabenbereiche der Wasserwirtschaft zu erarbeiten:

  • Eine zentrale, aufeinander abgestimmte Verwaltung der Basisdaten, wie Gewässer, Wassereinzugsgebiete
  • Daran anknüpfend konkrete fachspezifische Objekte, die nach einem einheitlichen Datenmodell aufgesetzt sind; Beseitigung aller Redundanzen, über beide Fachthemen hinweg Eine gemeinsame Verwaltung der Maßnahmen
  • Die Aufbereitung der vorhandenen, nicht harmonisierten Daten aus den verschiedenen Fachinformationssystemen und Datensammlungen
  • Schaffung von Möglichkeiten, um die Daten interoperabel verknüpfbar bereitzustellen
  • Die Bereitstellung der Daten für die geforderten Berichterstattungen für die WFD bzw. FRD
  • Die Bereitstellung der Dienste entsprechend INSPIRE

Für die Zusammenstellung der Daten aus den konkreten Fachsystemen werden automatisierte ETL-Prozesse (Extract/Transform/Load) aufgesetzt. Es entsteht für die WRRL/HWRM-RL eine Datenzentrale: Basisdaten wie Gewässer, Wassereinzugsgebiete, Maßnahmen werden hier originär verwaltet. Andere Daten werden aus vorhandenen Fachsystemen, z.B. aus dem Digitalen Wasserbuch, übernommen, so dass sie in der Datenzentrale auswert- und verschneidbar für die Berichterstattungen aber auch für themenübergreifende fachspezifische Bearbeitungen zur Verfügung stehen.

INSPIRE inklusive
Nun liegt es doch auf der Hand, neben den Berichterstattungen zur WRRL/HWRM-RL auch die Datenbereitstellungen für INSPIRE auf Basis dieser Datenzentrale vorzunehmen:

  • Die Datenzentrale hält alle notwendigen Basisdaten vor, die entsprechend dem Annex Hydrography bereitzustellen sind
  • In der Datenzentrale sind die "WFD"-Objekte aus dem INSPIRE-Datenmodell natürlich mit angelegt

Die Daten, die für die WRRL/HWRM-RL vorzuhalten sind, gehen weit über die "INSPIRE-Daten" hinaus. Das INSPIRE-Datenmodell lässt sich aber in der Gesamtstruktur wiederfinden. Eine gesonderte Datenhaltung für INSPIRE, die ein nochmaliges ETL mit sich bringen würde, wird abgelehnt. Vielmehr müssen sich die Datenstrukturen um das Fachthema gruppieren und INSPIRE als eine mögliche Bereitstellungsform mit anbieten.

Ausblick
Im nächsten Schritt werden wir die konkreten INSPIRE-Dienste mit ihrem Bezug zur fachlichen Datenzentrale aufsetzen. Wir berichten im nächsten Newsletter darüber ...

 

 

Last update:
31.03.2011



[Alle Produktneuigkeiten anzeigen]