KI-Unterstützung für eine klimaresiliente Waldbewirtschaftung
Wälder verändern sich kontinuierlich und spielen eine wesentliche Rolle in unserer Umwelt. In den vergangenen Jahren hatten jedoch verschiedene Naturgefahren wie Stürme, Brände und Borkenkäferbefall erhebliche Auswirkungen auf aktuelle und zukünftige Waldbestände. Die Entscheidungen von Forstmanagerinnen und -managern über die Zukunft der Wälder stehen in direktem Zusammenhang mit Geodaten und Fernerkundungsinformationen, die zur großflächigen Überwachung der Wälder beitragen. Daher wird ein transparentes, sicheres, gemeinsames und präzises Datenökosystem benötigt, das biophysikalische Parameter umfasst und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder unterstützt.
Die Rolle von Geodaten und Fernerkundung
Neben der rasant zunehmenden Menge an Fernerkundungsdaten gewinnen weitere Aspekte an Bedeutung, insbesondere die Frage nach einer sicheren und gemeinsamen Datenumgebung, die für alle relevanten Akteure – von der Datenbereitstellung bis zur Datennutzung – zugänglich und nutzbar ist. Zudem ist klar, dass Fernerkundungsdaten dynamischer Natur sind, um langfristige Monitoringaufgaben im Wald wirkungsvoll zu unterstützen.
Daher ist ein Datenökosystem für das Forstmanagement erforderlich, das Zugang zu Geoinformationen und Fernerkundungsdaten aus verschiedenen offenen und privaten Quellen bietet, regelmäßig aktualisiert wird, sicher ist, klaren Regeln folgt und den Teilnehmenden Produkte und Dienste bereitstellt. In diesem Zusammenhang verfolgt ein Forstlicher Datenraum das Ziel, eine einheitliche Umgebung zu schaffen und zu betreiben, in der Daten effizient und sicher zwischen verschiedenen Akteuren geteilt und ausgetauscht werden können.
Der Forstliche Datenraum als zentrales Fundament des FutureForest-Projekts
Der Begriff „Datenraum“ stammt ursprünglich aus der Industrie und beschreibt eine dezentrale Infrastruktur für vertrauenswürdiges, qualifiziertes und transparentes Datenteilen und -austauschen auf Grundlage gemeinschaftlich vereinbarter Prinzipien und Regeln. Im Forstbereich ist ein solcher Datenraum besonders herausfordernd, da Referenzdaten meistens fehlen und die Qualität der Eingangsdaten oft unzureichend oder uneinheitlich ist. Daher ist es notwendig, das Konzept und das Architekturmodell eines Datenraums zu verstehen, um die Anforderungen an die wichtigsten Nutzergruppen sowie an die in der Geoinformations- und Fernerkundungsgemeinschaft verbreiteten Anwendungen anzupassen.
Mit Abschluss des FutureForest-Projekts wird deutlich, welche zentrale Rolle der Forstliche Datenraum für den Erfolg aller Projektkomponenten gespielt hat. Durch den Aufbau einer vertrauenswürdigen und interoperablen Dateninfrastruktur wurde das technische Fundament geschaffen, auf dem KI-Modelle, Sensornetzwerke und Entscheidungswerkzeuge überhaupt erst wirksam zusammenarbeiten können.
Die Rolle von M.O.S.S. im Projekt FutureForest
Die M.O.S.S. Computer Grafik Systeme GmbH war maßgeblich an der Konzeption und technischen Umsetzung des Forstlichen Datenraums beteiligt. Durch ihre Expertise in der Geodateninfrastruktur entwickelte M.O.S.S. zentrale Komponenten für Interoperabilität, Metadatenverwaltung und föderierte Datenbereitstellung.
Dieser Datenraum wurde auf Grundlage eines ganzheitlichen Architektur- und Governance-Konzepts realisiert, das den aktuellen Anforderungen an Datensouveränität und Transparenz entspricht. Die geschaffene vertrauenswürdige und skalierbare Datenbasis legt damit den entscheidenden Grundstein dafür, dass die im Projekt erzeugten Daten und Modelle langfristig genutzt, erweitert und in die Praxis der digitalen Forstwirtschaft überführt werden können.

Mehrwert und Zukunftsperspektiven
Durch dieses Know-how wurde ein Datenökosystem als Prototyp geschaffen, das weit über die Projektlaufzeit hinaus Bedeutung besitzt: Es ermöglicht Forstbetrieben, Forschungseinrichtungen, politischen Akteuren und Dienstleistern, Daten sicher zu teilen, KI-Verfahren reproduzierbar einzusetzen und Entscheidungsprozesse datenbasiert zu gestalten. Damit leistet der Forstliche Datenraum einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Transformation der Forstwirtschaft und schafft die Grundlage für zukünftige kooperative Projekte im Bereich Klimaresilienz, Monitoring und nachhaltiger Waldbewirtschaftung.
Das FutureForest-Projekt zeigt: Eine nachhaltige, intelligente und resiliente Forstwirtschaft ist nur möglich, wenn technologische Innovationen und vertrauenswürdige Dateninfrastrukturen Hand in Hand gehen.

Die Projektbeteiligten
M.O.S.S. Computergrafik Systeme GmbH: Entwicklung des Forstlichen Datenraums.
wetransform GmbH: Projektkoordination, Konzeptionierung und Entwicklung des Forstlichen Datenraums und des Decision Support Systems sowie Capacity Building und Verbreitung.
Freie Universität Berlin: Entwicklung neuer KI-basierter Methoden zur Baumarten- und Zustandserkennung mittels Fernerkundungsdaten, sowie Implementierung von Sensor-Systemen zur Messung von klimarelevanten Daten in Echtzeit.
Technische Universität München: Modellierung zukünftiger Waldentwicklung und Waldumbauszenarien.
Mehr Infos
Weitere Informationen zu den Projektergebnissen und -erkenntnissen sind unter diesem Link verfügbar: https://doi.org/10.34657/25548
