Ein Meilenstein für die digitale Verwaltung und die moderne Landesplanung: Seit März 2026 ist das Projekt „Saarland 3D“, der offizielle Digitale Zwilling des Saarlandes, online frei zugänglich. Was als visionäre Idee im Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung (LVGL) begann, ist nun Realität – umgesetzt in enger Zusammenarbeit mit den Geodaten-Experten von M.O.S.S.
Vom Krisenmoment zur innovativen Bürgerplattform
Die Geburtsstunde des Projekts liegt im Mai 2024, als das verheerende Pfingsthochwasser das Saarland traf. Dem Umweltministerium und dem LVGL wurde schnell klar: Hochwassergefahrenkarten existieren zwar, sind aber für die breite Bevölkerung oft schwer lesbar. Die zentrale Frage lautete: Wie kann man hochkomplexe Geobasisdaten so barrierefrei und verständlich in einem System bündeln, dass sowohl die Verwaltung als auch die Bürger unmittelbar davon profitieren?
Die Antwort ist „Saarland 3D“ – eine interaktive, virtuelle Repräsentation der realen Welt.
Deutschlandweite Vorreiterrolle bei den Geodaten
Das Projekt setzt neue Maßstäbe in der deutschen Geodaten-Landschaft. Als erstes Flächenland in Deutschland stellt das Saarland im Rahmen dieses Projekts eine klassifizierte Laserscanpunktwolke flächendeckend und öffentlich zur Verfügung. Gepaart mit digitalen Geländemodellen, hochauflösenden Luftbildern und präzisen 3D-Gebäudemodellen entsteht so eine einzigartige, einheitliche Datengrundlage.

Der Digitale Zwilling im Einsatz: Die zentralen Vorteile im Fokus
Ein Digitaler Zwilling ist weit mehr als ein schickes 3D-Modell – er ist ein mächtiges Werkzeug zur Wissensgenerierung und Entscheidungsfindung:
- Effektiver Katastrophenschutz & Krisenprävention: Durch die Integration von Starkregen- und Hochwasserkarten können Überflutungsszenarien realistisch simuliert werden. Einsatzkräfte und Kommunen können Schutzmaßnahmen gezielt planen und Gefahrenlagen im Vorfeld exakt beurteilen.
- Beschleunigte Städte- und Landesplanung: Ob Visualisierung von Bauvorhaben, von geplanten Windenergieanlagen oder die Simulation von Schattenwürfen – Planungs- und Beteiligungsprozesse werden massiv verkürzt und transparenter gestaltet.
- Praktischer Klimaschutz & Energiewende für alle: Auch Privatpersonen profitieren direkt. Bürger können beispielsweise kostenlos online prüfen, wie der Schatten auf das eigene Hausdach fällt oder ob ihr Haus durch Starkregen gefährdet ist.

Wie moGI und smartes Geodatenmanagement von M.O.S.S. den Digitalen Zwilling ermöglicht
Im bisherigen Projektverlauf standen zwei Aufgaben im Fokus: die Modernisierung der technologischen Basis und eine intuitive Nutzerführung. Bei der Vielzahl an Geobasisdaten galt es vor allem, eine Überforderung der Anwender zu verhindern. Statt Nutzer mit einer Flut von Auswahlmöglichkeiten (wie etwa 40 Layern parallel) allein zu lassen, lag das Augenmerk auf einer übersichtlichen, strukturierten Bedienung.
Gleichzeitig konnten im Projekt auch besonders wertvolle Daten integriert werden. Dazu zählen die von M.O.S.S. aufbereiteten WMS-Dienste der Gefahrenkarten. Zudem wurde eine Punktwolke in die Geobasisdaten integriert, die sich durch eine hochwertige Klassifikation auszeichnet und im Projekt für den Digitalen Zwilling landesweit aufbereitet wurde.
Saarland 3D selbst ausprobieren
M.O.S.S. – Ihr Partner für komplexe Geodaten-Infrastrukturen
Dass ein solch ambitioniertes Projekt erfolgreich und im gesteckten Rahmen realisiert werden konnte, verdankt sich nicht zuletzt der langjährigen Expertise von M.O.S.S. im Umgang mit massiven Geodatenbeständen – von der Verarbeitung riesiger Punktwolken bis hin zur komplexen Systemintegration.
Bei der technischen Umsetzung kam unsere bewährte Lösung moGI 3D zum Einsatz, die unter anderem leistungsstarke Technologie unseres langjährigen Partners vcs integriert. moGI 3D ermöglicht es, hochauflösende 3D-Daten, photorealistische Meshmodelle (wie aktuell für Saarlouis) und Simulationen performant im Webbrowser darzustellen – ganz ohne Barrieren oder Zusatzsoftware.
Mit erfolgreichen Referenzen bei zahlreichen Landesvermessungsämtern sowie wegweisenden kommunalen Projekten beweist M.O.S.S. immer wieder aufs Neue, dass wir komplexe Datenwelten verständlich, nahbar und direkt nutzbar machen können.
Ausblick: Das Baukastensystem wächst weiter
„Saarland 3D“ versteht sich als dynamisches Baukastensystem, das kontinuierlich erweitert wird. Für die Zukunft zeichnen sich bereits neue Herausforderungen und weiteres Entwicklungspotenzial ab:
- Bürgerbeteiligung & Bodenordnung: Ein geplanter „Bodenordnungszwilling“ soll Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Flurneuordnungen und -bereinigungen künftig noch stärker und aktiver einbinden.
- Kommunaler Mehrwert: Als „Planungszwilling“ wird die Plattform insbesondere kleinere Kommunen dabei unterstützen, Synergien zu nutzen und Ressourcen bei der digitalen Stadtentwicklung zu schonen.
- Zugriffssteuerung: Über eine zentrale Landingpage wird ein strukturiertes Rechte- und Rollenkonzept etabliert.
- Funktionale Erweiterung: Vorgesehen ist die Integration zusätzlicher Dienste im Bereich Starkregen sowie der Ausbau von 3D-Visualisierungen (z. B. auf Basis von Mesh-Daten).
Wir gratulieren dem LVGL Saarland herzlich zu diesem zukunftsweisenden Projekt und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Meilensteine!
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